29.03.2011

"Wer entscheidet heute, an was wir uns morgen erinnern werden?"

Installationen zum UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal werden passend zum Start in die neue Museumssaison eröffnet

Das Obere Mittelrheintal ist in seiner Verbindung aus Naturschönheit, Artenvielfalt, historischen Zeugnissen und Kontinuität der wirtschaftlichen Nutzung einmalig. Seit der Steinzeit haben die Menschen die Landschaft am Fluss genutzt und geprägt. Künstler aus ganz Europa fanden hier Inspiration. Der Rhein war seit den Anfängen der Menschheit Verkehr- und Handelsweg und im Laufe der Geschichte nationales Symbol, Grenze und Brücke zwischen den Kulturen.
Diese Gründe führten dazu, dass der 65 Kilometer lange Flussabschnitt zwischen Bingen/Rüdesheim im Süden und Koblenz im Norden stellvertretend für den ganzen Rhein im Juni 2002 von der UNESCO zum Welterbe ernannt wurde.

In den über sechs Monaten, in denen sich das Team von echtzeitMEDIA mit der intensiven Recherche, Konzeption, Medienauswahl und Produktion, Dreharbeiten und Postproduktion zum Thema Welterbe beschäftigte, hat die Landschaft am Rhein auch für die MitarbeiterInnen zunehmend an Dimension gewonnen. Dieses neu gewonnene Wissen wurde verdichtet auf 27 Kurzfilme á 2-4 Minuten Länge, in denen neun Epochen und 7000 Jahre Kulturgeschichte durchschritten werden. Plattform für Präsentation und Projektion der Filme ist ein maßstabsgetreues weißes Modellrelief des Oberen Mittelrheintals, das in dreifacher Ausführung gefräst und mit interaktiver Steuerung versehen wurde, bevor es an den Standorten in Bingen, Oberwesel und dem Besucherzentrum auf der Loreley aufgestellt wurde. Inhalte und Epochen lassen sich intuitiv bedienen und steuern. Zudem sind die Themenfilme eingebettet in Projektionen der sich durch die Epochen wandelnden Landschaft. Die aufwendig gestaltete 3D-Landschaftssimulationen zeigen, in welcher Reihenfolge etwa die Burgen im Rheintal erbaut wurden oder wie die Kelten durch Rodungen erstmals in Landschaftsbild eingegriffen haben.

Die besondere Herausforderung dabei war, den Geist der Landschaft und seine kulturelle Bedeutung auf einer Fläche von 2,70m x 1,20m einzufangen - und dem Besucher so ein einzigartiges Reiseerlebnis zu ermöglichen: von den römischen villae rusticae auf den Rheinhöhen über die frühen fränkischen Siedlungen an den Flussmündungen bis zu den Burgen am und im Fluss und den Auswirkungen der Flurbereinigung im 20. Jahrhundert. Im ständigen Austausch mit VertreterInnen der Museen und den hinzu gezogenen Fachwissenschaftlern hat echtzeitMEDIA im Ergebnis eine mediale Repräsentation dieser besonderen Landschaft und seiner komplexen Geschichte geschaffen.

Während der Medienmodelltisch im Besucherzentrum auf der Loreley bereits seit vergangenem Herbst im Einsatz ist, werden die Tische weiter südlich erst jetzt in Betrieb gehen (in Oberwesel sogar zweisprachig): Eröffnung in Oberwesel ist am Donnerstag, 31.03. um 18 Uhr im Kulturhaus, in Bingen im Stellwerk auf dem Gelände der Landesgartenschau am Freitag, 01.04. um 14 Uhr.

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