Virtuelle Zeitreise durch das Obere Mittelrheintal
05.11.2010

Virtuelle Zeitreise durch das Obere Mittelrheintal

Moderne Technik in der dritten Dimension: Installation lässt 7000 Jahre Geschichte lebendig werden

Bingen/Oberwesel/Loreley Eine völlig neuartige dreidimensionale und interaktive High-Tech Installation hat das Würzburger Unternehmen echzeitMEDIA für Museen in Bingen, Oberwesel und auf der Loreley produziert. In einer Mischung aus Modell und Medieninstallation werden die Besucher mitgenommen auf eine Reise durch die Geschichte der Region.

Das Obere Mittelrheintal, im Norden und Süden durch die Städte Koblenz, Bingen und Rüdesheim begrenzt, gehört seit 2002 zum UNESCO Welterbe. Die UNESCO würdigt diese Region damit als eine Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit, die ihre besondere Erscheinung zum einen den natürlichen Gegebenheiten der Flusslandschaft, zum anderen der Jahrhunderte währenden Gestaltung durch den Menschen verdankt.

Um diese besondere Landschaft entsprechend in Szene zu setzen, entwickelte echtzeitMEDIA eine besondere Form der Präsentation. Auf einem weißen Tisch mit den Maßen 2,70 m x 1,20 m wurden die Täler von Hauptstrom und Nebenflüssen sowie die angrenzenden Mittelgebirge und Berge ausgefräst.

Es entstand ein maßstabsgetreues Modell des Oberen Mittelrheintales. Ein hochauflösender, mit einer Spezialoptik ausgestatteter Beamer projiziert auf dieses Modell computergenerierte Flussläufe, Wälder, Weinberge und Siedlungen. Vor den Augen des Betrachters entsteht ein dreidimensionales Abbild der Region.

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Der Tisch leistet aber noch wesentlich mehr. Durch Antippen von sensitiven Flächen auf dem Tisch kann sich der Besucher durch die Zeit navigieren und aus insgesamt 10 unterschiedlichen Epochen auswählen. Wird eine neue Epoche ausgewählt, verändert sich Projektion und zeigt den Mittelrhein, wie er etwa zu Zeiten der Römer, Franken oder im späten Mittelalter ausgesehen hat. Der Besucher kann so die fortwährende Entwicklung der Landschaft durch die Jahrhunderte mitverfolgen.

Zu jeder Epoche werden kurze Themenfilme eingespielt, die in einer Mischung aus Realfilm und Animationen verdeutlichen, wie sich das Leben der Menschen und die sie umgebende Landschaft verändern und gegenseitig beeinflussen: Von den Jägern der Eiszeit über Kelten, Römer, Franken und Ritter bis zu den Dampfschiffen des 19. Jahrhunderts und den durchgreifenden Änderungen im 20. und 21. Jahrhundert. Die insgesamt 27 Themenfilme sind zwischen zwei und vier Minuten lang und werden direkt auf den Tisch projiziert.

„Der Parforceritt durch 7000 Jahre Geschichte des Oberen Mittelrheintals ist inhaltsreich und zugleich leicht konsumierbar“, sagt Dorit Pohl, Leiterin des Stadtmuseums im Kulturhaus Oberwesel, zu der neuen Installation in ihrem Museum. Claudia Budinger und Thomas Merz, beide für die Stadt Bingen als Auftraggeber und Sachverständige beteiligt pflichten ihrer Kollegin bei: „Es macht einfach Spass, die Filme und Animationen anzusehen und dabei auch noch etwas neues über den Rhein zu lernen.“

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echtzeitMEDIA plant und realisiert seit 2004 Film- und Medienproduktionen für Unternehmen und kulturelle Einrichtungen. In enger Zusammenarbeit mit den Auftraggebern und Wissenschaftlern verschiedener Professionen ermittelten und rekonstruierten die Medienleute das Aussehen der Landschaft in den zehn Epochen. Redaktionsgruppen bereiteten 27 Themenfilme inhaltlich und visuell vor und entwickelten Texte und Drehbücher. Material und Literatur wurden recherchiert und gesichtet. Mediengestalter und Computerspezialisten programmierten die interaktiven Schnittstellen, entwickelten Grafik und Animationen in 3D, filmten in HD-Technik Orte, Landschaften und nahmen Interviews mit Experten auf. Sprecher wurden gecastet, Texte eingesprochen, Video- und Audioaufnahmen geschnitten und zu Kurzfilmen zusammengefügt und schließlich alles beim Kunden aufgebaut und für den Museumsbetrieb endabgenommen.

Die Medientische wurden beauftragt vom Stellwerk Mensch|Natur|Technik der Stadt Bingen als ein Projekt der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Welterbe Oberes Mittelrheintal im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative LEADER 2007 bis 2013 im Entwicklungsprogramm PAUL (die Lokale Aktionsgruppe Welterbe Oberes Mittelrheintal ist ein Zusammenschluss örtlicher Akteure im Sinne der EU-Initiative LEADER zur Erarbeitung maßgeschneiderter Entwicklungskonzepte für die Region.) Weitere Mittel stellte die Europäische Union und das Land Rheinland-Pfalz bereit.

Die drei Projektpartner Kulturhaus Oberwesel, Loreley-Besucherzentrum und Stellwerk Mensch|Natur|Technik setzen die interaktiven Landschaftsmodelle mit dem Ziel ein, das Besondere des Oberen Mittelrheintals für die Museumsbesucher direkt erfahrbar zu machen. Claudia Schwarz, Geschäftsführerin Rhein-Touristik, stimmt mit ihren Kollegen überein: „Vor dem Hintergrund der bewegten Geschichte des mittlerweile von der UNESCO geadelten Welterbetales erschließt sich dem Betrachter die Entwicklung und Bedeutung der einzigartigen Kulturlandschaft. Das war unsere Absicht - diese Lücke im regionalen Informationsangebot zu schließen. Dass das mit moderner Museumstechnik geschehen muss, war selbstverständlich für uns. Die Umsetzung mit attraktivem Landschaftsmodell und Beamerpräsentation ist wirklich gelungen.“

Weitere Informationen und Bilder erhalten Sie gerne von uns. Bitte nehmen Sie Kontakt auf.

Ausschnitte aus der Produktion

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